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Der Fluss Wiese


Im 19. Jahrhundert wurde der Flusslauf der Wiese vor Basel im Rahmen eines der grössten Ingenieurprojekte der damaligen Zeit künstlich eingefasst und begradigt. Das Kleinbasel sollte vor den immer wiederkehrenden Hochwassern beschützt werden. Die Auen verschwanden und mit ihr die charakteristische Tier- und Pflanzenwelt.


Heute, über 100 Jahre später, soll die frühere Auenlandschaft der Wiese entlang einem 6 km langen Flussabschnitt wiederhergestellt werden. Die Revitalisierung der Wiese wird zur Zeit umgesetzt. Die Arbeiten im und am Fluss werden voraussichtlich bis Dezember 2017 dauern. Das Wasser soll wieder fliessen wie früher. Dies wirkt sich positiv auf die Artenvielfalt aus. Nutzungs- und Naherholungsansprüche sowie Trinkwasserschutz sollen keine Gegensätze sein, sondern gleichwertig berücksichtigt werden. Natur und Mensch sollen profitieren.


Neben dem Fotografieren interessiert mich das Filmen immer mehr. So habe ich im Dezember 2016 die aktuelle Situation der Wiese mit meinem neuen Video-Stativ gefilmt :



Die Revitalisierung der unteren Wiese

Auf einer Fotopirsch im Rahmen des Themas "Grünes Basel" im Forum von SeniorBasel bin ich auf die Infotafel über die Revitalisierung der unteren Wiese gestossen. Die Arbeiten haben erst begonnen und dauern noch bis Ende 2017/Anfang 2018. Ich werde die Bauarbeiten verfolgen und hier davon berichten.

In der Vergangenheit wurde die Wiese kanalisiert. Daher ist der Flusslauf heute eintönig und bietet nur wenig naturnahen Lebensraum für im und am Wasser lebende Tiere und Pflanzen. Mit der Revitalisierung zwischenFreiburgersteg und Wiesemündung wird die Wiese ökologisch aufgewertet.

Im Zuge der Massnahmen wird auch die mit Steinblöcken befestigte Uferböschung der Wiese saniert. Der untere Teil der Böschung ist an vielen Stellen beschädigt und muss erneuert werden, damit nicht durch ein Hochwasser grösserer Schaden entstehen kann.

Dank neuer Treppen zur Wiese und Aufenthaltsplattformen am Ufer können sich die Besucherinnen und Besucher zukünftig an der Wiese aufhalten. Neue Aussichtsplattformen auf dem Wiesedamm gewähren einen Ausblick auf das naturnah gestaltete Flussbett.

Attraktiverer Lebensraum für Tiere und Pflanzen
Ziel der Revitalisierung ist es, den eintönigen Gewässerlauf so aufzuwerten, dass er einer grösseren Zahl an Tieren und Pflanzen neuen Lebensraum bietet. Bereits heute leben 19 einheimische Fischarten und eine Vielzahl an Kleintieren im Fluss. Einige dieser Arten sind schweizweit gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht. Die Uferböschung ist als Naturschonzone ausgewiesen, jedoch fehlen die für die Wiese typischen Uferpflanzen. Im Fluss werden Stein und Holzelemente sowie Baumstämme und Wurzelstöcke neue Lebensräume für eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen geschaffen.

Durch eine tiefere Rinne (Niederwasserrinne) im Flussbett können Fische auch bei wenig Wasser durch die Wiese schwimmen. Seichtere Stellen im Flussbett sind als Aufenthaltsort für Jungfische wichtig. Bereits heute gibt es beim Hochbergerplatz einen Laichplatz für die Nase, eine schweizweit vom Aussterben bedrohte Fischart. Durch die Umgestaltung des Flussbetts entstehen weitere Laichplätze für diverse Fischarten.

Schutz vor Hochwasser
Ein starkes Hochwasser kann die Böschung beschädigen und Steine mitreissen. Der Böschungsfuss und das Flussbett werden deshalb mit Steinen gesichert und naturnah gestaltet. An kritischen Stellen wird der Hochwasserschutz verbessert.

Erholung am Fluss
Für Erholungssuchende entstehen Sitzgelegenheiten am Ufer und neue Aussichtsplattformen auf dem Wiesendamm. DieBevölkerung erhält besseren Zugang zu einer attraktiveren Wiese.

Bau und Kosten
Die Arbeiten im Flussbett sind eine Herausforderung für die beteiligten Baufirmen. In allen Abschnitten werden Rampen für Baupisten und für Materiallieferungen erstellt. Im unteren Bauabschnitt wird zusätzlich jeden Tag ein Floss in die Wiese fahren, von welchem aus die Böschung saniert werden kann. Die Umgestaltung des Wieseflussbetts steht im
Zusammenhang mit dem Umbau des Rheinkraftwerks Kembs unterhalb von Basel.
Das französische Energieunternehmen Eléctricité de France (EDF), die Betreiberin des Kraftwerks, kann seit der Erhöhung der Staustufe im Rhein mehr Strom produzieren. Der Rückstau des Rheinwassers in die Wiese reicht bis zur Kleinhüningerstrassenbrücke und verschlechtert die Lebensbedingungen für Tiere und Pflanzen in der Wiese.

EDF hat sich deshalb verpflichtet, zur Revitalisierung der unteren Wiese 2,1 Millionen Franken beizutragen. Die Kosten für die Revitalisierung und für die Sanierung des unteren Teils der Uferböschung auf rund 1,7 Kilometern Länge belaufen sich auf ca. 10 Millionen Franken. Maximal 3,2 Millionen Franken der anfallenden Baukosten werden vom Bund übernommen.

Datei

Flyer - Revialisierung der Wiese. pdf

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Revitalisierungsarbeiten Mitte Juli 2017



Revitalisierungsarbeiten Anfangs September 2017


Die ersten Besucherplatformen sind im Bau